Freitag, 24. Februar 2017

Der Letzte Eintrag



Der Letzte Eintrag #040
Es ist 23. Tag des Februars. Es ist 16:46 Uhr.
Ich habe mich entschlossen mit diesem Tagebuchprojekt aufzuhören. Warum? Ich denke, ich schreibe nicht regelmäßig genug und auch viel zu oft viel zu böse über jemanden, was einfach daran liegt, dass oft, wenn ich einen Blogeintrag schreibe, ich sauer auf einen bestimmten Menschen bin, zum Beispiel bei Jan öfter, da er mein engster Freund ist und daher mich auch schnell demütigen, verärgern, zerschmettern, schlitzen, whatever kann. Wenn er mich beleidigt, dann ist es etwas anderes, als wenn jemand anderes mich beleidigt. Ich nehme das dann bedingungslos ernst (was wahrscheinlich auch Ursache meines Empathiebewusstseins ist, welches, vielleicht schon aufgefallen, in manchen Fällen viel zu stark ist, vor allem, wenn es meine Freunde geht). Aber davon soll hier nicht wieder die Rede sein. Ich denke, dass das Projekt eine Hilfe war, mich mit der Welt des Schreibens auseinander zu setzen, wobei ich explizit zu diesem Thema noch ein Projekt plane.
Generell aber habe ich mich verändert, verändert über die Zeit, in der ich diesen Privatblog betrieb und auch jetzt, wo ich nicht mehr soviel dazu schreibe. Viele Werte, die in Wertetabelle vertreten sind, vertrete ich nun nicht mehr, wie zum Beispiel Loyalität. Außerdem gibt es sehr sehr viele Fehler und Einträge, die ich bereue, zutiefst bereue. Ich wollte den Blog schon auflösen, aber er gehört auch zu meinem Leben, zu einem Lernprozess, den ich durchlebt habe, zu einem Ideologischen Prozess, der meine Ideologie festlegt, zu meinem Lifestyle, da er diesen auch mitbestimmt hat. Viele Ziele, die ich während des Blogs festgelegt habe, verfolge ich immer noch.
Aber keine Sorge, denn ich werde weiter Tagebuch schreiben, klassisch mit Stift und Papier.
 

Mittwoch, 18. Januar 2017

Ich fühl mich unglaublich unwohl

Eintrag #37

Heute schreibe ich mal wieder was, was ich lange lange Zeit nicht mehr gemacht habe. Ich wünschte viele meiner Gedanken, die ich manchmal so habe, würden nicht einfach ins Leere gehen, wie sie oft tun. Ich gebe nicht mehr Zeit und Datum an. Mittlerweile finde ich, dass das ein bisschen Schwachsinn ist (eigentlich mag ich das Wort Schwachsinn nicht). Ich werde jetzt einfach meine Gedanken aufschreiben, wie sie kommen. Das Wort Schwachsinn benutzt Jan sehr oft. Meist in dem Kontext, dass das was ich sage Schwachsinn sei oder, dass ich nur Schwachsinn rede. Ich bin wieder in einem Loch und denke oft an so etwas. Ich sei ein Idiot, meine Freunde seien Idioten und seine Freunde seien Idioten. Mittlerweile glaube ich ihm in diesen Dingen. Ich bin ein Idiot, also ein Mensch mit sehr niedrigem IQ, denn ich kann nicht argumentieren. Auch rationales Denken generell kann ich nicht. Heute haben wir einen Mathetest geschrieben. Wir hatten 44 Minuten Zeit. Jan meinte er sei schon nach 5 Minuten fertig gewesen. Ich habe die 44 voll ausgekostet, da ich jeden Zwischenschritt aufgeschrieben habe und nicht alles im Kopf rechnen konnte wie er. Wann habe ich zuletzt gut Zureden von meinen Freunden gehört? Es scheint mir eine Ewigkeit her zu sein. Eine solches depressives Loch, in dem ich stecke kommt mir immer so vor, als wenn meine Prinzipien, Handels und Denkansätze in eine dunkle grau, braune Wolken, einen Nebel, gehüllt sind und dort nicht entkommen können, da andere Menschen sie in Grund und Boden stürzen. Die sind wie in ihren Wurzeln erschüttert.
Mir ist aufgefallen, dass meine Laune stark von der anderer abhängt. Sind meine Freunde zum Beispiel wütend und werfen mit Schimpfwörtern um sich, dann bin ich traurig, richtig traurig. Wenn sie Dinge nicht interessiert, die ich super awesome finde, und sie alles nur „beahan“, dann macht mich das unglücklich. Oft „beahan“ sie das nicht nur, sondern benennen mich wieder nur dumm, weil ich bestimmte Dinge lustig finde oder anders herum nicht verstehe. Was ich ihnen glaube, denn vielleicht ist ein lustiges Bild oder ein interessantes Bild, was ich so sehr unterm Niveau, dass nur ich darüber lache. Generell bin ich eher ein Freund von Menschenrechten, Teilen, Moral und Geben statt Nehmen generell, weswegen ich in diesen Sachen auch nicht logisch argumentieren kann. Wenn gesagt wird, dass die Massen an Flüchtlingen sehr viele Terroristen beinhalten, die hinzu noch unsere Steuern zum Leben benutzen, dann ist es nicht falsch, denn ich kann das Gegenteil nicht beweisen. Aber ich fände gemein, wenn auch fast alle Terroristen wären und nur ein Flüchtling unschuldig wäre und einfach ein sicheres, schönes, wohlhabendes Leben sucht, dann würde ich trotzdem wollen, dass diesem einem Flüchtling geholfen wird und nicht mit den anderen zurückschicken. Lieber behalte ich alle anderen auch hier. Wir sollten stets freundlich sein. Besonders zu unseren Nachbarn auf dieser Welt. Meine Eltern sind da immer anderer Meinung. Viele Flüchtlinge sind „Kanacken“ und Verbrecher und sollten, wenn sie nur irgendetwas falsch machen, sofort zurückgeschickt werden. Jedoch wenn ich ein Flüchtling wäre, dann würde ich um eine zweite, dritte oder sogar vierte Chance dankbar sein. Schließlich sind wir doch alle Menschen. Für meine Eltern sind Flüchtlinge keine Menschen und wenn ich was sage, dann heißt es nur wieder: „Ja Lovis, die Flüchtlinge sind alle lieb und auch Menschen.“ Natürlich mit sarkastischen Unterton. Das tut weh und ich traue mich nicht was zu sagen, wenn eine Gruppe Syrer in irgendeinem Bundesland jemanden beschimpft hat und sich 20 Minuten darüber unterhalten wird, wie hart sie doch bestraft werden sollten. Manchmal würde ich da gerne weinen.
Themawechsel: Jan hat immer noch etwas gegen mich und My Little Pony. Ich versuche es von ihm fernzuhalten, jedoch wenn er mein Handy nimmt (oft direkt aus der Hand) und bei Twitter, Reddit, whatever die abonnierten Post und Bilder sieht, nennt er mich verrückt. Genause in der Fotos-App, wo ich natürlich haufenweise Bilder von Ponies habe, denn das Bronyism gehört für mich zur Identität. Ich verstehe auch nicht, warum ihn das angeht, was ich für Bilder auf dem Handy habe. Jedoch benutzt er das auch als Gegenargument, denn er möchte, dass ich GOFA spiele. Jedoch ist GOFA eine (jedenfalls auf iOS) über 600 MB große App (gewesen) und den wollte ich eher für z.B. Fotos benutzen, da mein Handy nur 8 GB Speicher hat und nicht mit einer Speicherkarte erweiterbar ist. Ich möchte GOFA auch nicht spielen, weil ich 1. Zuhause zu schlechtes Internet habe und 2. es mir keinen Spaß macht und ich die Zeit anders nutzen möchte, die Jan und Lukas oft da hinein verschleudern.
Ich merke, dass das Schreiben und zwischendurch Abendbrot essen aufgemuntert hat und ich habe mir einen Kakao gemacht. Ein depressives Loch ist wie eine Krankheit, nur dass man sich nicht einfach schwach fühlt und nichts machen kann, sondern weil man zu selbstverzweifelt und traurig ist und daher keine Lust hat etwas zu machen und wenn man etwas macht, dann hört man schnell damit auf, weil man wieder diese Lust verliert.